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Altes Dorf und früheres Bergbaugebiet

Schenkendorf hat nicht nur eine fast 700 Jahre lange bäuerliche Geschichte, sondern es war auch für einige Jahre das industrielle Zentrum der Region schlechthin, denn ausgangs des 19. Jahrhunderts wurde hier Braunkohle abgebaut. Damals erreichte Schenkendorf die höchste Einwohnerzahl in seiner Geschichte: Im Jahr 1900 lebten 1039 Menschen hier.

 

Hundert Jahre später wurde es in Brandenburg und Berlin ein Begriff durch das Schloss Dracula.

Wenn auch die meisten Spuren, die einmal auf den Bergbau verwiesen, inzwischen verschwunden sind, ist der Ortskern wird immer noch sehr durch die frühere "Zechensiedlung" geprägt. Aber auch der kleine See mitten im Ort, von den Einwohnern "Das Luch" genannt, und dem eine Straße den Namen "Am Bruch" verdankt, ist eine Hinterlassenschaft des Abbaus, der anfangs in diesem Bereich als Tagebau ausgeführt wurde. Leider sind nicht alle Löcher, die damals in die Erde gebuddelt wurden, nach der Stillegung der Grube richtig verfüllt worden, sondern es hat ziemliche Einbrüche gegeben. Dazu mehr im Artikel, der sich dem Bergbau widmet.

 

Der Anger

Schenkendorfer Findling

Schenkendorf war und ist ein Angerdorf, wie es in der Region sehr häufig ist, in dem also früher die Bauernhäuser um eine zentrale Wiese, den Anger, angeordnet waren. Der Anger wird heute von der Freiherr-von-Loeben-Straße (das ist die durchgehende Landesstraße 30) und der Straße „Bauernreihe“ begrenzt. Dem Durchfahrenden fällt vor allem die alte Wehrkirche inmitten des Angers ins Auge. Über sie kann man einiges im nebenstehenden Beitrag erfahren.

 

Auf dem Anger wurde ein riesengroßer Findling abgelegt, der 1994 beim Bau der Abwasserleitung aus der Krummenseer Straße herausgegraben wurde. Er wiegt geschätzte 10,7 Tonnen und ist knapp drei Meter lang. Nach Aussagen der Geologen besteht er aus skandinavischem Migmatit, und die Schleifspuren zeigen, dass er es auf seinem Weg nach Schenkendorf nicht leicht hatte.

 

Auf einer Tafel auf dem Anger steht zu lesen, dass der Soldatenkönig hier in Schenkendorf einmal eine Maulbeerplantage hatte anlegen lassen. Diese Versuche, die sogar in der Zeit nach dem II. Weltkrieg - vielleicht mehr versuchsweise - wiederholt wurden, sind aber erfolglos geblieben; damals, weil der Import aus Ostasien inzwischen billiger wurde, und in jüngerer Zeit wird wohl die Konkurrenz von Polyamid-Seide (Perlon bzw. Dederon) übermächtig gewesen sein.

 

Den Friedhof, der hier mal gewesen sein mag, gibt es längst nicht mehr, dafür werden die Freiflächen beiderseits der Kirche für Dorffeste und den Weihnachtsmarkt genutzt.

Die Waldsiedlung

Am Rand des Dorfes, nach Königs Wusterhausen hin, ist die "Waldsiedlung" entstanden, eine Gruppe von Reihenhäusern, die dem Dorf einen erheblichen Einwohnerzuwachs gebracht hat. Es ist schade, dass es keine direkte Verbindung zum Dorf gibt, nur über die Landesstraße kommt man zueinander, und das ist sicher ein Grund dafür, dass die Bewohner zum eigentlichen Dorf nicht in so engem Kontakt stehen, wie das wünschenswert wäre.

 

Westlich vom Dorf befindet sich ein Gewerbegebiet, das schon zu Beginn der 90er Jahre entstanden ist.

 

Im Dorf selbst, unweit des Schlossparks an der Freiherr-von-Loeben-Straße, hat sich ein Lama-Hof eingerichtet. Weil die Tiere größtenteils in einem Gehege außerhalb des Dorfes leben, kann man sie sich auch näher anschauen, wenn sie denn einmal geneigt sind, näher an die Umzäunung zu kommen. Man sieht dann, dass es nicht nur Lamas, sondern auch Alpakas sind. Während die Lamas durch sehr stolze Kopfhaltung auffallen, wirken die Alpakas richtig knuddelig. Entgegen der Legende spucken beide Arten im Allgemeinen nicht - bei der Betreiberin des Hofes sollte man das nicht ausschließen, wenn jemand gegen das strikte Fütterungsverbot verstößt, weil die Tiere auf falsche Ernährung recht empfindlich reagieren können.
Man sieht das Gehege zwischen Dorf und Notte-Kanal, wenn man auf der B179neu zwischen der L30 und Deutsch-Wusterhausen fährt.

 

Linke Traditionen, die es in Schenkendorf schon einmal in der Zeit vor und nach dem I. Weltkrieg gab, sind jetzt wieder wach geworden, denn die Partei Die Linke hat hier eine stabile Wählerschaft.